„Kunst und Kultur haben einen eigenen Ort, eine eigene Rationalität und eine eigene Wirkungskraft. Der eigene Ort bildet ein Gegengewicht gegen eine einseitige Verzweckung von Menschen, von Leben, von Sinn. Die eigene Rationalität zielt auf eine Wahrheit, die im menschlichen Leben mehr erkennt als die Summe von Daten und Fakten. Die eigene Wirkungskraft kann für die einzelnen Menschen identitätsbildend sein, für das Zusammenleben von Menschen soziale und ethische Grundlagen schaffen, für eine vielfältige und mobile Gesellschaft Integration entwerfen.“

(Rotenfelser Erklärung zur ästhetischen Bildung 2006)

Diese Begründungen leiten das Bestreben der Akademie Schloss Rotenfels, eine Aus- und Fortbildungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg für die ästhetisch-kulturelle Bildung,  Kunst und Kultur im Leben von Kindern und Jugendlichen fest zu verankern.

In der Organisationsform eines Landesbetriebs zur Stärkung des musisch – kulturellen Unterrichts in den Schulen des Landes Baden-Württemberg 1995 errichtet, gehört es zu den Aufgaben der Landesakademie, Schulen in ihrer Funktion, wesentlicher Ort der Weitergabe von Kultur zu sein, durch vielfältige, am schulischen Bedarf ausgerichtete Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote zu unterstützen.

Orientiert an einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, versteht sich die Akademie als eine praxisbezogene Begegnungsstätte für Pädagogen, Schüler, Künstler und Fachleute aus allen Bereichen des schulischen und kulturellen Lebens.

Es ist eine spezifische Leistung ästhetisch-kultureller Bildung, dass sie an die Ebene der Erkenntnisförderung eine „Kultur der Sinne“ (Selle) bindet und dadurch die charakteristischen Handlungs- und Gestaltungsebenen durch Wahrnehmen – Gestalten – Reflektieren zusammenführt. Ästhetische Erfahrungen benötigen Freiräume zum Experimentieren und Erforschen auf produktive, rezeptive und reflexive Weise. In diesem Sinne ist die Akademie ein Ort des Lernens, des Experimentierens, der künstlerischen Produktion, der Präsentation und des Dialogs, der den Pädagogen in Kindergarten und Schule ebenso wie der kulturinteressierten Öffentlichkeit in Rahmen von Ausstellungen, Seminaren, Symposien, Workshops und Fortbildungsveranstaltungen offen steht, um die Einblicke in die Vielfalt des ästhetisch-kulturellen Angebots mit den Möglichkeiten zu reflektierter künstlerischer Erfahrung zu verbinden.